Montag, 16. November 2009

Ich bin bei Dir

Sie schaut mich mit ihren großen tibetischen Augen von unten herauf an, den Schwanz zwischen die Hinterbeine geklemmt. Sie folgt mir durch die Wohnung, liegt auf dem Duschvorleger, als ich dusche, drückt ihren Kopf an mein Knie, als ich am Frühstückstisch sitze.
"Du riechst nach Angst", sagt sie, und ich weiß, es macht keinen Sinn, etwas vor ihr zu verbergen. Ihre Seele berührt meine zu sehr, als dass ich ihr einen sorglosen Abschied vorspielen könnte, wie es ein gewöhnlicher Hundetrainer jetzt verlangen würde.
"Ich weiß nicht, wohin Du gehen willst", sagt sie, "aber wenn es auch die Hölle sei, ich bin bei Dir, ich bin an Deiner Seite. Ich komme mit Dir!"
"Du weißt, dass das nicht geht. Es ist ein Ort, an den Du nicht mitkommen kannst, mein Hund."
"Es gibt nur einen Platz für mich auf dieser Welt." Sie macht sich ganz schwer auf meinem Schoß, lässt sich ganz in mich hineinfallen. "Ich komme mit Dir."

"Ich weiß, dass Du mitkommst, meine Kleine. Wie könnte es auch anders sein? Du bist immer bei mir. Ich höre Dein Trappeln hinter mir, noch auf dem hintersten Krankenhausflur, und so wird auch Dich mein Schritt immer begleiten. Bei jedem Ast, den ich auf dem Weg liegen sehe, sehe ich mich Dir einen Stock werfen. Ich sehe Dich aus der Ferne auf mich zulaufen, so wie Du mich die Treppe heraufkommen hörst. Ich bin bei Dir, und Du bist bei mir. Du steckst Deine Nase in meine Schuhe, die ich im Flur herumstehen liess, und musst unwillkürlich wedeln. Ich meine plötzlich, einen kleinen vornehmen Habcapups zu riechen, und lächle unter meinen Tränen. Ich kann in den nächsten Tagen, Wochen, nicht zu hause sein. Aber ich bin doch bei Dir, und Du bist bei mir."

Dienstag, 10. November 2009

Braun-weiß auf schwarz

Die freche kleine Ronja Räubertochter macht sich auch sehr gut vor schwarzem Hintergrund:



Samstag, 7. November 2009

Schwarz auf schwarz

Nö, ich bin kein Schwarzseher. ;-) Aber ich finde Fotos von schwarzen Hunden vor schwarzem Hintergrund einfach toll. Das hier sind meine ersten lowkey-Versuche. Nächstes mal wird der Zopf noch strenger (mehr Augen) und ich spiele weiter mit der Belichtung rum.





Samstag, 24. Oktober 2009

Eine Handvoll Pudelchen

Dass Hunde Ware sind, dass verdrängen wir gerne, und in Deutschland fällt das leichter als anderswo, weil Hunde nicht in Geschäften verkauft werden dürfen.

In Frankreich zum Beispiel gibt es Salons du Chiots - Welpenausstellungen, die durchs Land touren und in Ausstellungshallen Welpen aller Rassen zeigen, die man dann vor Ort auch erwerben kann.

Ich wollte mir das in unseren Bretagneferien gerne einmal anschauen, Welpen gucken ist ja nunmal immer schön, auch wenn ich um mein allzu weiches Herzchen weiß. Am Eingang stellte sich heraus, dass Habca und der Fotoapparat nicht mit hinein durften, also ging ich alleine "mal kurz gucken".

Es roch nach Urin und Stroh. Familien liefen umher. Hasenkäfige - darin Chihuahawelpen, Papillonwelpen, Rehpinscherwelpen. Gitter trennten Bereiche ab, in denen der Boden mit Stroh bedeckt war. Darin buntgemischte Welpen, schlafende Labradorbabies, tollende Pudelchen, natürlich lauter winzige weiße Fellbüschel verschiedenster Rassen. Trinkflaschen am Gitter. Ein Verkäufer mitten im Gewusel, Mütter zeigten auf irgendein Tier, er hob es hoch und drückte es den Kindern in den Arm, die immer gleichen Vorzüge des Hundchens erklärend. Eine aufblasbare Spielburg, ein Trixie-Verkaufsstand, am Rand aus unerfindlichen Gründen ein Pony, ein Esel, ein Schaf. Etwas abseits ein Mann mit Pitbull und Amstaffwelpen, ein wenig teurer als der Rest. Kläffen und Babiebellen überall. Rechts eine Horde hinreisender Deutscher Schäferhundwelpen. Jagdhunde in kleinen Umzäunungen, Kinderhände überall. Ein riesiges, tollpatschiges Neufundländerbaby darf durch die Besuchergruppen tapsen.

Dann, nahe dem Eingang stehe ich an einem Stand mit niedlichen allerkleinsten Kleinhundbabies in Käfigen. Menschen rufen niedliche Dinge aus. Am Rand dieses Standes noch ein Käfig. Darin ein schwarzes Pudelchen, noch sehr klein. Es läuft hin und her, hin und her. In dem Lärm, dem Uringeruch, dem Bellen, den Kinderschreien. Hin und her an seinem Gitter entlang. Es ist allein. Vielleicht ist sein Brüderchen oder Schwesterchen schon verkauft? Die Hundemütter, sehe ich später, sitzen in Autos auf dem Parkplatz und kläffen. Das Pudelchen läuft hin und her, aber niemand beachtet es, alle laufen an ihm vorbei zu dem niedlichsten kleinsten Kleinhundwelpen.

"He, Pudelchen", sage ich leise, und hocke mich vor seinen Käfig. Ich hatte beschlossen, nicht bei dem allgemeinen Hundebetatschen mitzumachen. Aber jetzt strecke ich meine Hand in seinen Käfig. "Es wird jemand kommen", flüstere ich ihm zu. Das Pudelchen bleibt stehen, schaut mich an, riecht an meiner Hand, leckt sie ab. "Du wirst eine Familie finden". Mit der Verzweiflung eines Babies springt das Pudelchen auf meinen Arm, klammert sich fest. Es ist dünn, und auf eine Weise weich und warm, wie es nur Pudel sein können. "Du wirst ein schönes Leben haben." Es ist kein Verkäufer am Stand zu sehen, ich hocke da, das Pudelchen fest an meinen Arm geklammert. Ich beginne mit ihm zu spielen, es nimmt vorsichtig meine Hand ins Maul. Ich spüre Tränen hinter meinen Augen und bleibe bei ihm, erzähle ihm von seinem schönen Leben, verspreche ihm vieles, und natürlich denke ich auch über die 400 Euro nach, die es kosten soll, natürlich frage ich mich, wie Habca ein Pudelchen gefallen würde, natürlich überlege ich, wie ich es ausbilden würde, was ich ihm alles beibringen würde.

Irgendwann wird ein kleines Mädchen auf unser lustiges Spiel aufmerksam. Sie bleibt stehen, streckt ihre Hand in den Käfig. "Da, schau", sage ich zum Pudelchen, "vielleicht ist sie das, deine Familie", und ich schubse ihn sanft zu der Kinderhand. Stehe auf, lächle die Familie an, gehe raschen Schrittes hinaus. Ich weiß, dass das Hündchen mir nachsieht.

Ich denke noch tagelang an ihn. Ich fühle sein weiches Fell noch.

Heute träume ich nur noch manchmal von ihm. Davon, wie ich ihn uf dem Arm halte, und ihm das Beste verspreche. Wie ich mit ihm und Habca über eine Wiese laufe, lachend.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Happy 4th Birthday!

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Sonntag, 4. Oktober 2009

Nochmal Smilie

Dixies Frau Chen hat uns kürzlich einen quietschgelben Smilie geschenkt. Der ist sehr praktisch: Wenn man nämlich seinen schnell rennenden schwarzen Langhaarhund jetzt bei suboptimalem Licht fotografiert...



... dann weiß man wenigstens noch, wo vorne ist. ;-)

Zauberkünstlerin

Dieser Hund kann ja so einiges. Wen wundert es da noch, dass sie mit ihrem Blick einen gelben Quietschesmilie schweben lassen kann.

P.S.: Nein, ich habe ihr nicht die Ohren im französischen Briard-Stil kupiert! Das gehört zum Zaubertrick.

Freitag, 25. September 2009

Sesselgedanken

Als ich kürzlich auf dem Sessel saß

und ein wenig nachdachte


und ein wenig aus dem Fenster schaute


da dachte ich bei mir: Das wichtigste ist doch, dass man immer im Leben einen Ort findet, wo man seinen gedankenschweren Kopf ablegen kann.